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Halbflaschen

Diese Zeilen hae ich 2008 geschrieben – also vor Coravin.

Mehr zu Coravin später.

 

Gedanken über Halbflaschen.

Meine Frau trinkt nicht Wein. Genauer gesagt, ausser ihre Lieblinsweine von Kracher trinkt sie nur ab und zu ein Glas Champagne sowie etwas Port zu Weihnachten.

Deswegen kaufe ich immer wenn möglich Halbflaschen (0,37 Liter), es ist für mich die ideale Größe für die meisten Weine.

Ich trinke in der Regel nach getaner Arbeit täglich ein Glas Champagne - dies entspannt und regt meinen Appetit an. Zum Abendessen zuhause suche ich dann eine Halbflasche zum Essen passende Wein aus.

Mit dieser Menge Wein kann ich wunderbar schlafen und wache am nächsten Morgen ohne jene Kopfschmerzen auf. Bei Normalflaschen passiert es leicht, wenn der Wein gut schmeckt, daß ich ein oder zwei Gläser mehr trinke als mir gut steht, was ich in die meisten Fälle am Morgen danach oft bereue.

Wenn auch viele Weine am nächsten Abend noch gut schmecken können, paßt dieser vielleicht schlecht zum Gericht daß meine Frau gekocht hat oder ich habe ich einfach Lust auf einen anderen Wein.

Dies hat dazu geführt daß ich über die Jahre eine kleine See von gute Weine im Abfluß weggeschüttet habe.

 

Ich bin nicht der Meinung daß Weine aus Halbflaschen schlechter schmecken als aus größere Formate - bei jüngere Rotweine eher etwas besser und zugänglicher. Dass die kleinere Formate nicht gut altern stimmt auch nicht. Ich kann mich gut an einen Abendessen privat bei Olivier und Anne Bernard von Domaine de Chevalier erinnern wo wir u. a. 1959 Château Margaux, 1949 Domaine de Chevalier und 1929 Château Cheval Blanc tranken, alles aus Halbflaschen. Die Weine waren noch in einen wunderbaren Zustand.

 

Am aller meisten Sinn haben Kleinformate bei Süßweine. Auch zu zweit ist eine 0,7 l. Flasche Süßwein zu viel. Es ist gut daß in Österreich die meisten Süßweine in 0,37 l. abgefüllt werden, ich finde auch die Initiative von Weingut Kracher für Gastronomie in noch kleinere Flaschen abzufüllen für genial. Wer traut sich z.B. einen Vintage Port im Restaurant zu bestellen. Wenn eine Flasche frisch geöffnet wir erwartet in der Regel der Restaurateur auch daß die ganze Flasche bezahlt wird und wenn der Port auf die Weinkarte glasweise angeboten wird ist die Gefahr groß daß die Flasche tagelang geöffnet steht und entsprechert lustlos sich präsentiert. Es ist leider immer noch sehr schwierig Sauternes und Portweine in Kleinformate zu finden. Ich meine daß es die Umsätze von Süßweinwinzern sehr helfen würde in kleinere Formate ihre Weine zu verkaufen.

 

Wo es sich aber nicht lohnt Halbflaschen zu kaufen ist für Champagne.

Erstens hält eine geöffnete Flasche hervorragend mehrere Tage in Kühlschrank (die Druck von die Kohlensäure im Wein verhindert daß Sauerstoff in die Flasche eindringt). Zweitens werden dieser in der Regel aus größeren Flaschen nach dem degorgieren erst in kleineren umgefüllt was zu Qualitätsverlust führen kann und auch sind die kleine Flaschen auch um einiges teuerer als die Hälfte des Preises eine 0,7 l. Flasche. Drittens bin ich der Meinung daß Champagne immer passt und kann mich nicht erinnern je eine Flasche in Abfluß geleert zu haben.